Ressourcen · Wertsicherung

VPI-Indexierung,verständlich erklärt.

Was die Wertsicherungsklausel in Ihrem Mietvertrag bedeutet, wie Sie sie korrekt anwenden — und wie ImmoBooks die Berechnung automatisch übernimmt.

Was ist die VPI-Indexierung?

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs in Österreich. Bei einer Wertsicherungsklausel im Mietvertrag wird der Mietzins an die Entwicklung eines bestimmten VPI gekoppelt — steigt der Index, darf der Mietzins entsprechend angehoben werden.

Welche VPI-Stände gibt es?

Statistik Austria veröffentlicht den VPI mit verschiedenen Basisjahren. Welcher Index gilt, steht in Ihrem Mietvertrag — typischerweise der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses aktuelle.

IndexBasisjahrVerwendungVeröffentlichung
VPI 20202020Aktuell empfohlen für neue Verträgemonatlich
VPI 20152015Verträge zwischen ca. 2017 und 2022monatlich
VPI 20102010Verträge zwischen ca. 2012 und 2017monatlich
VPI 20052005Ältere Verträge bis ca. 2012monatlich
VPI 20002000Sehr alte Verträgemonatlich
HVPIEUSelten — bei EU-relevanten Verträgenmonatlich

Wann darf der Mietzins angehoben werden?

Klassisch wird im Vertrag ein Schwellwert vereinbart — typischerweise 3 % oder 5 %. Erst wenn der VPI-Stand seit der letzten Anpassung um diesen Prozentsatz gestiegen ist, darf der Mietzins entsprechend nachgezogen werden. Niedrigere Schwellen (z.B. 0 %) bedeuten praktisch sofortige Anpassung — höhere Schwellen verschieben Anpassungen, dafür dann in größeren Schritten.

Beispielrechnung

SchrittWert
Vereinbarter Mietzins zum Vertragsbeginn850,00 €
VPI-Stand zum Vertragsbeginn (z.B. 1/2024)120,4
Aktueller VPI-Stand (z.B. 1/2026)127,2
Veränderung in Prozent(127,2 / 120,4 - 1) × 100 = 5,65 %
Schwellwert erreicht? (z.B. 5 %)Ja → Anpassung möglich
Neuer Mietzins850 × 1,0565 = 898,03 €

Was muss formal passieren?

  1. Berechnung anstellen (siehe oben).
  2. Schriftliche Verständigung an den Mieter mit Berechnung.
  3. Erhöhung wirksam ab dem im Vertrag genannten Zeitpunkt — typisch ab dem nächsten Monatsersten nach Verständigung.
  4. Anpassung in der Mietvorschreibung vornehmen.

Tipp: Eine zu hohe Anhebung kann (insbesondere im MRG-Vollanwendungsbereich) rechtlich angefochten werden. Im Zweifel mietrechtlich beraten lassen.

Wie ImmoBooks das automatisiert

Sie hinterlegen pro Mietvertrag den Index (z.B. VPI 2020), den Schwellwert (z.B. 5 %) und die Frequenz. Ein Cron-Job vergleicht den aktuellen Index-Stand mit dem zuletzt verrechneten und legt die berechnete Anpassung zur Bestätigung vor. Sobald Sie sie freigeben, wird die nächste Mietvorschreibung mit dem neuen Hauptmietzins erstellt.

Vorteile gegenüber händischer Berechnung:

  • Keine vergessenen Anpassungen — der Job läuft monatlich
  • Korrekte Daten aus den hinterlegten VPI-Werten — kein Vertippen
  • Audit-Trail: jede Indexanpassung ist im Buchungsjournal nachvollziehbar
  • Mehrere Indizes in einem System (Mischportfolios)

Wichtige Hinweise

  • Die VPI-Indexierung ist nicht automatisch im Vertrag — sie muss vereinbart sein
  • Im Vollanwendungsbereich des MRG gibt es zusätzliche Grenzen (Kategorie-/Richtwertmietzins)
  • Bei befristeten Verträgen nach §29 MRG ist der 25 %-Befristungsabschlag zu beachten
  • Die Wertsicherungsklausel muss klar und nachvollziehbar formuliert sein, sonst ist sie unwirksam

Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Anpassungen empfehlen wir, im MRG-Vollanwendungsbereich rechtlich prüfen zu lassen.

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